Altäre

Ein Altar (von spätlateinisch altar[e], zu lateinisch altaria „[Aufsatz auf dem] Opfertisch, Brandaltar“ von alta ara „hoher Altar“, „Feuer-Aufsatz“[) ist eine Opferstätte oder ein Opfertisch als Verehrungsstätte für Gottheiten.

Auf Altären können Opfergaben dargebracht werden. Doch auch die Errichtung des Altars an sich und seine unter Umständen reiche Verzierung sind bereits ein Akt der Verehrung.

Der älteste Altar ist der Plattenaltar: eine relativ ebene, im Umriss unregelmäßige Steinplatte, die im Heiligtum auf dem Boden lag…

Im Christentum wird der Altar in Anlehnung an das letzte Abendmahl, das Jesus Christus am Abend vor seinem Leiden mit seinen Jüngern beging, auch als mensa domini (Tisch des Herrn) bezeichnet…

Der christliche Altar dient der Feier der Eucharistie. Hierbei werden die Gaben dargebracht: Brot und Wein, die der Gemeinde in der Kommunion bzw. im Abendmahl gereicht werden…

Noch vor der Errichtung steinerner Altäre wurde der Ort des Altars, der Altarraum, mancherorts durch Schranken vom Kirchenschiff abgegrenzt…

… (Es) verlagerte sich der Standort des Hauptaltares immer weiter an die Wand der Apsis, der Altar wurde zum Hochaltar, zuweilen auch als Choraltar bezeichnet. Der Altar stand nun nicht mehr frei im Raum und wurde so vielfach mit Aufbauten – Reliefs oder Altarbildern, sogenannten Retabeln – an der Rückseite versehen. So entstanden die künstlerisch reich gestalteten Retabel- und Flügelaltäre der Gotik und des Barock. An der Vorderseite des Altares konnte eine Schmucktafel, das Antependium, angebracht sein.

Da der Hauptaltar nun weiter vom Platz der mitfeiernden Gläubigen entfernt war, gab es öfter einen weiteren Altar zwischen Hauptschiff und Chor, der dem heiligen Kreuz geweiht war und der als Kreuzaltar, Laienaltar, Messaltar, Volks- oder Gemeindealtar bezeichnet.[6]

Insbesondere mittelalterliche Kirchen weisen neben dem Hauptaltar eine Vielzahl von Nebenaltären auf, abhängig von Größe, Bedeutung und Reichtum der Kirche[7]. Viele berühmte Reliquien machten die Bedeutung einer Ortskirche aus. Die Menge der Reliquien wurde zunehmend in mehreren Altären geborgen, die räumlich voneinander abgegrenzt waren und als eigenständiges Heiligtum galten, welches durch eine Messfeier geehrt werden musste. Dadurch vervielfachte sich die Zahl der Messfeiern in einer Kirche, die durch Mönchspriester oder Altaristen zelebriert wurden. So wurde täglich an mehreren Altären zur gleichen Zeit die Heilige Messe in Form einer Privatmesse (das heißt nur mit einem Messdiener als Assistenz) gehalten. Die Entwicklung der Messstipendien im Mittelalter war ein weiterer Faktor zur häufigen Zelebration in einer Kirche.]

Formen

Man unterscheidet am Altar als Hauptbestandteile die Mensa (Altarplatte) und den Stipes (Unterbau). Folgende Altartypen sind verbreitet: 1. der Tischaltar als Platte mit Stützen; 2. der Kastenaltar als Hohlkörper mit Öffnungen zum inneren Hohlraum; 3. der Blockaltar als allseitig geschlossene Form, oft mit auskragender Mensa. Diese drei Typen waren im Mittelalter üblich.

(Quelle: Wikipedia)

 

Oldendorfer Altar (1651)

Der Altar steht im Osten, da, wo jeden Morgen die Sonne aufgeht. Am Ende der Längsachse, einem markanten Ort, ist er schon vom Eingang und von jeder Stelle des Kirchenschiffs aus zu sehen. Er fängt den Blick ein und lädt geradezu ein, näher zu treten. …

Der Altaraufsatz stammt nicht aus der Erbauungszeit der Kirche, sondern aus der Barockzeit. Wie im Barock üblich, besteht er aus dem Altartisch (der Mensa), der Sockelzone (Predella) und der hinteren Rückwand (dem Aufsatz oder Retabel). Die Mensa kann auch aus einem Kasten oder – wie hier – einem steinernen Block bestehen. Der Altar ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert, denn die Bildfolge (Ikonographie) von unten nach oben entspricht nicht dem sonst nach der Reformation üblichen Schema (Abendmahl, Kreuzigung, Grablegung, Auferstehung) und die Darstellung des Abendmahls ist recht ungewöhnlich.

Predella

Normalerweise befindet sich in der Sockelzone ein Ölgemälde oder Relief mit der Abbildung des Abendmahls; stattdessen findet sich hier in der Predella eine (erneuerte) Inschrift in deutscher Sprache: 1. Cor. 10,16  Der gesegnete Kelch, welchen wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Altäre mit Inschriften sind typisch für die Zeit nach der Reformation, als Bildung allen Menschen zugänglich sein sollte, nicht nur den Geistlichen.

Retabel (von lat. retabulum, sinngemäß „rückwärtige Tafel“)

In der Mittelzone rahmen zwei freistehende Säulen mit korinthischen Kapitellen ein großes Ölgemälde auf Holz ein. Die Darstellung des Hl. Abendmahls stellt die zweite Besonderheit des Altares dar, denn die Jünger sitzen nicht an der Tafel, sondern sie liegen zu Tisch, wie es in der Antike Sitte war. Der Maler hat sicher eine Vorlage kopiert, denn eine ähnliche Darstellung findet sich in der Kirche zu Grünendeich (Altes Land) und auf einem Gemälde des französischen Malers Nicolas Poussin (1594-1665), heute im Besitz der National Gallery of Scotland in Edinburg.

Neben den Säulen stehen auf knorpeligen Konsolen zwei vollrunde Skulpturen von Moses mit den Gesetzestafeln (links) und Johannes dem Täufer mit dem Kreuzstab (rechts). …

Im Gesims über dem Abendmahl  haben sich zwischen zwei Engelköpfen die Stifter mit Wappen und Namenszügen verewigen lassen: links v. Arentsen mit Unterschrift D(aniel). A(rentsen).O(ldendorf)., rechts v. Grantzin mit der Unterschrift: S.S.(Susanna) G(rantzin). Oberhalb der Wappen verrät eine Inschrift das Entstehungsjahr des Altares: ANNO 1651.

Zwei Engelputten leiten den Betrachter zur Bekrönung des Altars. Hier setzt sich das Geschehen vom letzten Abendmahl fort und erreicht seinen dramatischen Höhepunkt auf dem Berge Golgatha. Der gekreuzigte Christus wird begleitet von seiner Mutter Maria und seinem Lieblingsjünger Johannes. Maria trägt einen Schleier, wie es sich für jede verheiratete Frau ziemte – sie ist „unter der Haube“, ein Ausdruck, der in der deutschen Sprache bis heute geläufig ist. Johannes dagegen trägt sein langes Haar offen, er ist bartlos und  in ein bodenlanges Gewand gehüllt. Lassen Sie sich also niemals ins Bockshorn jagen: unter dem Kreuz stehen nicht – wie oft irrtümlich gemeint – zwei Frauen, sondern die schmerzerfüllte Mutter mit dem Lieblingsgefährten ihres Sohnes. Wir erinnern uns daran, was Christus bei ihrem Anblick noch in der letzten Todesstunde vom Kreuz herab spricht. Zu seiner Mutter: „Siehe, das ist Dein Sohn.“ – und zu seinem Jünger: „Siehe, das ist Deine Mutter.“ Er sorgt also dafür, dass beide mit ihrem Schmerz, ihrer Trauer und ihrem Leid nicht alleine bleiben. Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich. (Joh. 19,26) ….

 Warum hat Moses Hörner auf dem Kopf?

Ende des vierten Jahrhunderts übersetzte der Kirchenvater Hieronymus die Bibel aus dem Griechischen und Hebräischen ins Lateinische. Für diese Fleißarbeit benötigte er 40 Jahre, die Übersetzung galt jahrhundertelang als offizielle Bibel der Kirche. Dennoch schlich sich ein Fehlerteufel ein – mit fatalen Folgen.

Bei der Übersetzung von Moses 34,35 fand Hieronymus ein Wort, das aus den Buchstaben KRN (im hebräischen werden keine Vokale geschrieben) gebildet war. Dieses Wort kann sowohl keren (glänzend, leuchtend, mit Strahlen versehen) oder karan (Horn) meinen.

Die Bibel berichtet (2. Mose 34,29): Als nun Mose vom Berge Sinai herabstieg, hatte er die zwei Tafeln des Gesetzes in seiner Hand und wusste nicht, dass die Haut seines Angesichts glänzte, weil er mit Gott geredet hatte. Anders gesagt: er war erleuchtet.

Kirchenlehrer Hieronymus jedoch übersetzte irrtümlich: (Mose)  wusste nicht, dass sein Antlitz gehörnt war.

Aufgrund dieses Übersetzungsfehlers wurde Mose so häufig mit Hörnern dargestellt, dass man es dabei beließ, auch als der Fehler längst entdeckt und korrigiert worden war.

(Text: Cornelia Kenklies, Foto: Kirsten Hiensohn)

 

Kranenburger Altar (1811)

Im Gegensatz zum hellen Kirchraum steht der dunkle hölzerne Kanzelaltar. Er ist aus einer dunkel getönten Rückwand und einem   vorgehängten Kanzelkorb in Renaissanceform mit Schalldeckel gestaltet. Dieser Kanzelkorb war ein Geschenk der Hechthausener Kirche und hing bereits in der alten Kapelle.

Der mit Schnitzereien verzierte Schalldeckel trägt die Inschrift     seines Herstellers L(üer) M (ey) B(urg) ANNO 1811, Tischler in     Cadenberge. Der steinerne Altartisch wird von zwei Brüstungen von 1811 eingerahmt.

 (Text/Foto: Kapellengemeinde Kranenburg)

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