Kapellengemeinde Kranenburg

Kapelle Kranenburg

Kapellenvorstand Kranenburg

  • Jörg Wustmann (Vorsitzender), Telefon: 04140-8334, Fax: 04140-876894, Email: joerg.wustmann@ewe.net
  • Pastor Burkhard Ziemens, Telefon: 04144-7606, Fax: 04144-2339801, Email: burkhard.ziemens@email-welt.de
  • Meta Peters, Telefon / Fax: 04140-8291
  •  Alwin Tiedemann, Telefon: 04140-870133

Küsterin: Frau Ute Dankers, Telefon: 04140-746, Email: dachsdankers@t-online.de

 

Die eigenständige Kapellengemeinde Kranenburg

Die Gemeinde Kranenburg wurde bis 1926 vom Kirchenspiel Hechthausen betreut. Die Betreuung war für den Pastor aus Hechthausen besonders im Herbst und Winter eine beschwerliche Angelegenheit. Zu dem Weg von Hechthausen über Klint zur Fähre von Cranenburg kam 1811 nun noch der Weg zum 1,5 km entfernten Dorf hinzu. Bei Sturm und Hochwasser war es oft nicht möglich, über die Fähre zu Gottesdiensten, Trauungen und Beerdigungen nach Cranenburg zu kommen, sodass in Notfällen der Oldendorfer Pastor aushelfen musste. Diese Beschwernisse hatte nun nicht allein der Pastor, sondern auch die Konfirmanden, die nach Hechthausen zum Konfirmandenunterricht (Kinderlehre) mussten. Als dann 1924 der Fährmann nicht mehr bereit war, den altersschwachen Prahm durch einen neuen zu ersetzen und abzusehen war, dass der Fährbetrieb nicht mehr zu erhalten war, forderten die Cranenburger, nach Oldendorf umgepfarrt zu werden. Obwohl die Hechthäuser alle möglichen Erleichterungen zusagten, der Gottesdienst sollte so, wie es gewünscht würde, stattfinden und der Konfirmandenunterricht sollte in der Schule zu Cranenburg sein, ließen sich die Cranenburger nicht umstimmen. Im Januar 1926 war in Cranenburg eine Versammlung, in der die Einwohner mit überwiegender Mehrheit die Umpfarrung nach Oldendorf beantragten. Mit dem 1. April 1926 wurde aufgrund des Cranenburger Antrages die Gemeinde aus dem Kirchenspiel Hechthausen ausgepfarrt und dem Kirchenspiel Oldendorf zugeordnet. Seit dem wird die eigenständige Kranenburger Kapellengemeinde St. Michael von der Oldendorfer St. Martinsgemeinde (Pfarramt II) betreut.

 Quelle: Roland und die Kraniche von Friedrich Holst

 

 

Die Michaelskapelle zu Kranenburg

Die Michaels – Kapelle der schon 400 Jahre lang selbständigen Kapellengemeinde Kranenburg ist nach dem Erzengel Michael benannt . Sie war früher der Kirchengemeinde Hechthausen jenseits der Oste und ist seit 1926 der Kirchengemeinde Oldendorf angeschlossen. Die Kapelle, die in der Dorfmitte Kranenburgs auf dem früheren Friedhof am Brink liegt , wurde am 2 3 . Oktober 1 8 1 1 eingeweiht, wie man aus der Beschriftung an der Rückseite der Kanzeltür lesen kann. Seit 1 3 8 0 besaß die Gemeinde ein Gotteshaus auf einer Wurt an der Oste gegenüber der alten Cranenburg (= Kranichsburg. erbaut 1375. im 18.Jh verfallen) , umgeben von niedrigem Marschland etwa 1,5 km nördlich des heutigen Dorfes. Dort war auch der alte Dorfkern. Regelmäßige Überschwemmungen machten eine Verlegung des Dorfes und der baufällig gewordenen Kapelle im 19. Jahrhundert auf die höher gelegene sandige Geest nötig. So wurde auch die Kapelle an ihren heutigen Standort verlegt und zunächst als Fachwerkbau aufgestellt. Ende des 19.Jh. wurde dieser Bau massiv in Backstein erneuert. Das Äußere der Kapelle ist schlicht gehalten. Sie ist aus rotem Backstein errichtet , 13,02 m lang und 7,60 m breit . Der Dachfirst verläuft in West-Ostrichtung. An der Westgiebelseite erhebt sich über dem Dach ein etwa 4 m hoher Dachreiter als Kirchturm. In ihm sind 2 Glocken aufgehängt . Die größere Glocke stammt aus dem Jahr 1831. Sie wurde von den Rotenburger Glockengießern Kovatsay & Ehlermann aus den Resten der im Jahr 1827 zerborstenen Glocke gegossen. Diese hatte der damalige Burgherr und Patron Segebarde Marschalck von Bachtenbrock 1461 gestiftet . Sie hatte 365 Jahre lang die Kranenburger zum Gebet gerufen und ihnen die Tageszeit angesagt . Die zweite Glocke, die im 2. Weltkrieg eingezogen und zu Kriegszwecken eingeschmolzen worden war, konnte erst 1957 durch eine neue Glocke der Firma Otto ersetzt werden. Sie trägt die lateinische Inschrift : „HAECCAMPANA FACTA EST CHRISTI 1957“ (= „diese Glocke wurde 1957 gegossen“). Die Turmspitze ziert ein Kreuz, das aus einer zinnernen Kugel entspringt . Darauf dreht sich eine Wetterfahne mit der Jahreszahl der Erbauung. Der Innenraum ist 1811 gestaltet.
Der Plan dafür geht auf den Tischlermeister Goltsch aus Basbeck zurück. Betritt man die Kapelle, fällt der Blick in einen schlicht gehaltenen hellen Raum. Im Gegensatz dazu steht der dunkle hölzerne Kanzelaltar. Er ist aus einer dunkel getönten Rückwand und einem vorgehängten Kanzelkorb in Renaissanceform mit Schalldeckel gestaltet . Dieser Kanzelkorb war ein Geschenk der Hechthausener Kirche und hing bereits in der alten Kapelle. Der mit Schnitzereien verzierte Schalldeckel trägt die Inschrift seines Herstellers L(üer) M(ey) B(urg) ANNO 1811, Tischler in Cadenberge. Der steinerne Altartisch wird von zwei Brüstungen von 1811 eingerahmt. An der Ostwand links neben dem Altar hängt eine Tafel mit Stiftungsinschrift. Gotthard von Brobergen ließ aus Erinnerung an die Stiftung seiner Broberger Kapelle, die bereits im 30- jährigen Krieg zerstört wurde, diese Tafel 1598 anfertigen und beschriften. Im oberen Teil ist in farbiger Malerei der Erzengel Michael abgebildet. Michael, der im Himmel für Gott mit dem Satan in Gestalt eines Drachens kämpft, war und ist Symbol dafür, dass Gott diejenigen, die an ihn glauben, nicht den Mächten der Finsternis überlässt . Michael wurde der Schutzheilige der Kirche und der “armen Seelen“ , der Apotheker, Bäcker, Soldaten, Banker, Glaser und Maler. Am 29. September ist sein Gedenktag. Unter dieser Darstellung ist eine wortreiche Inschrift,
die sich auf die Kapellenstiftung in Brobergen bezieht . Es gibt viele Geschichten, wie diese Tafel in die Kranenburger Kapelle gelangte. Am wahrscheinlichsten ist, dass nach der Zerstörung der Broberger Kapelle im 30- jährigen Krieg der Kranenburger Burgherr dieser Tafel in seiner Kapelle einen würdigen Platz einräumte. Ihn verbanden mit denen von Brobergen enge verwandtschaftliche Bande. Den Altar schmücken 2 zinnerne Leuchter aus dem 17. Jahrhundert. Die Stifter und Patrone verewigten darin ihr Wappen und ihren Namen: „DETLEF MARSCHALCK HIS KEDRUDE KLVVER 1613“ (= Detlef Marschalck seine (Frau) Gertrud Klüver) . Zwischen den beiden Namen befindet sich das Allianzwappen beider Familien. An der Südwand in Höhe des Altars hinter der Orgel befindet sich ein antiker Altarbehang, der seit einer aufwendigen und gründlichen Restaurierung 2003/ 4 geschützt hinter Glas wieder der Öffentlichkeit zugänglich ist . Auf ehemals rötlicher Wolle ließ der Stifter und Patron in applizierter Hochstickerei aus Gold und Silberfäden sein Wappen und seine Insignien C(arl) G(Günther, Baron von) M(arschalck) mit der Jahreszahl 1726 einarbeiten. Ein Klingelbeutel stammt aus dem Jahre 1714 und trägt die Gravur des Stifters: Claus Mahler. Die Abendmahlsgeräte der Kapelle, Kelch und Patene, sind aus dem Jahre 1886. Sie sind aus einer Silberplattierung, innen vergoldet . Die aus dem Mittelalter stammenden zinnernen Geräte sind verkauft worden. Aus Zinn ist noch die Hostiendose aus dem Jahre 1705. Die Kapelle ist in den neunziger Jahren grundlegend renoviert worden. Dazu gehörte ein aufwendig zu erstellendes Betonfundament , eine neue Gasheizung und eine Renovierung des  Innenraums. Die neue elektronische Orgel ersetzte ein vorheriges elektrisches Harmonium. Die Kapelle wird regelmäßig monatlich zu Gottesdiensten und gelegentlich zu Amtshandlungen (Trauungen) genutzt. Am 23.10.2011 feierte die Kapelle ihr 200stes Jubiläum, seit der Weihe.

Die Kapelle kann besichtigt werden. Bitte erkundigen Sie sich nach einem Termin bei Frau Ilse Rademacher oder bei Küsterin Frau Ute Dankers.

Fotos der Michaelskapelle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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