Die Bibel

Die Texte zu dieser Seite sind zum Teil aus unserem Schwerpunkt im Gemeindebrief „Der Martinsbote“ Nr. 2 in 2017

Lutherbibel in der Marktkirche in Hannover (Foto vom 13.10.2011).

Das Wort „Bibel“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet dort im Plural „die Bücher“. Die christliche Bibel ist eine Buchsammlung von 66 Büchern, 39 alttestamentlichen und 27 neutestamentlichen.

Die Bibel ist die Frucht einer jahrtausendealten Erzähltradition. Lange bevor die Schriftkultur entstand, wurden von einer Generation zur nächsten wesentliche Erfahrungen mit Gott und der Welt mündlich weitergegeben. Im Lauf der Zeit bekamen die alten Überlieferungen feste Formen. Sie wurden gesammelt und kaum noch verändert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Entstehung der Bibel

Die Entstehungszeit der Bibel kann man vom 10. Jahrhundert vor Chr. bis ins 3. Jahrhundert nach Chr. ansetzen.

Die Könige Israels ließen eine Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel aufschreiben. Für die Rechtsprechung wurden Gesetzestexte gesammelt und mit Ausführungsbestimmungen versehen. Gottesdienstordnungen entstanden, um den Kult am Tempel zu regeln. Auch Gebete (Psalmen) für den Gottesdienst, vor allem für die großen Feste, schrieb man auf.

Ab dem 8. Jahrhundert hielten Propheten oder deren Schüler ihre Worte schriftlich fest und ermöglichten dadurch eine größere Verbreitung. Daneben entstanden kleine Sammlungen von Volkstraditionen mit Geschichten, Fabeln, Liedern und Lebensregeln.

Im 7. Jahrhundert bestand Israel nur noch aus einem kleinen Territorium im Süden und versuchte, sich auf seine Fundamente zu besinnen. Dies war Anlass, viele bisher getrennt überlieferte Schriften zusammenzufassen. Manche Texte wurden neu geschrieben und bekamen so auch eine neue Bedeutung.

Der massivste Einschnitt war das 50 Jahre währende babylonische Exil. In der Verbannung entstand das Judentum. Es verfasste neue Texte (z.B. das erste Kapitel der Bibel) und gebrauchte zum ersten Mal die überlieferten Texte als »heilige Schrift«.

Bis zum 2. Jahrhundert wurden die drei großen Teile der hebräischen Bibel nochmals überarbeitet. Bestehende Texte wurden dabei mit neuen kombiniert. Darum gibt es z.B. zwei Schöpfungserzählungen am Anfang der Bibel.

Während der ersten 20 Jahre nach Ostern gab es im Christentum nur mündliche Überlieferungen, weil das nahe Ende der Welt erwartet wurde. Als Bibel gebrauchten die Christen die Texte Israels. Erst im Rahmen der Mission entstanden zunächst Briefe an Gemeinden und später als Fundament für die christliche Botschaft die vier Evangelien. Parallel zu den heute in der Bibel enthaltenen wurden noch viele andere christliche verfasst. Diese fanden jedoch keinen Eingang mehr in die Sammlung, die als »Neues Testament« bezeichnet wird.

Geschichte der Bibelverbreitung

Bibel / Bible [ (c) www.BilderBox.com, Erwin Wodicka,

Im Jahr 1452 hat Johannes Gutenberg in Mainz als erstes gebundenes Werk die Bibel gedruckt. Seine Bibel in lateinischer Sprache umfasste pro Spalte 42 Zeilen und wurde in einer Auflage von 200 Exemplaren gedruckt.

Hatte Gutenberg noch in langwieriger Druckarbeit während zweier Jahre    seine 200 Bibeln hergestellt, entstanden in den ersten hundert Jahren nach dem Erscheinen von Luthers Neuem Testament im Jahre 1522 rund 200.000 Bibeln an verschiedenen Orten in Europa. Noch immer war es ein mühsamer   Herstellungsprozess.

Erstmals 1710 ließ Freiherr Carl Hildebrandt von Canstein in Halle die ganze Bibel, ca. 5 Mio. Buchstaben, auf einmal setzen. Mit dem Prinzip des »stehenden Satzes« konnten in den folgenden 100 Jahren in der »von Cansteinschen Bibelanstalt« in Halle über drei Millionen Bibeln gedruckt werden. Damit waren verlässliche Bibelausgaben zu einem günstigen Preis auf dem Markt erhältlich.

Bibelübersetzungen

Als im 3.Jahrhundert v. Chr. die griechische Sprache zur Weltsprache wurde, übersetzten die alexandrinischen Juden die Bibel im 2.Jahrhundert ins Griechische und es entstand die „Septuaginta„, „LXX“ (Übersetzung von 72 Gelehrten in 72 Tagen).

Hieronymus (350-420) nahm die Bibelübersetzung ins Lateinische vor. Zwar gab es schon vorher lateinische Bibeln, aber er übersetzte die Bibel vom Urtext ins Lateinische. Diese lateinische Bibel nennt man Vulgata.

Um 380 n. Chr. übersetzte Ulfila die Bibel ins Gotische.

Erst die Reformation schuf eine Bibelübersetzung vom Urtext ins Deutsche. Martin Luther übersetzte 1534 die erste deutsche Bibel, die Vorbild für die Zürcher Bibel (1931) und die „Einheitsbibel“ (1979) von Katholiken und Protestanten war.

Martin Luthers Bibelübersetzung

Mit dem Humanismus des 16. Jahrhunderts fand eine Rückbesinnung auf die hebräischen und griechischen Texte der Bibel statt. So konnte Martin Luther im Jahre 1522 eine deutsche Übersetzung des Neuen Testaments und 1534 dann eine Gesamtausgabe der Bibel vorlegen, die er unter Verwendung von ursprachlichen Textausgaben und der Vulgata erarbeitet hatte. Diese  Ausgaben wurden für die Geschichte der Reformation von entscheidender Bedeutung.

Luthers Bibelübersetzung fand in Deutschland rasche Verbreitung. Begünstigt durch den aufgekommenen Buchdruck und die Verwendung der Wettiner Kanzleisprache konnte seine Übersetzung im gesamten hochdeutschen Sprachgebiet gelesen und verstanden werden. Schätzungen gehen davon aus, dass im Jahre 1533 jeder 70. Deutsche bzw. jeder 10. deutsche Haushalt ein Lutherisches Neues Testament besaß. Hinzu kamen Übertragungen ins Niederdeutsche und ins Niederländische. Dieser einmalige Erfolg machte die Lutherbibel zum verbrei-tetsten Träger des reformatorischen Gedankengutes.

(Zusammengestellt von Ute Jungclaus, Quelle: das Bibelportal der Deutschen Bibelgesellschaft)

 

Redensarten und Sprichwörter der Bibel

Viele Sprichwörter, die wir noch heute benutzen, stammen ursprünglich aus der Bibel, die meisten aus den biblischen Lehr- und Weisheitsbüchern.

* Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. (Sprüche 26,27)

* Seinen Freunden gibt er (der HERR) es im Schlaf. (Psalm 127,2)

* Hochmut kommt vor dem Fall. (Sprüche 16,18)

* Alle Wasser laufen ins Meer.   (Prediger 1,7)

* Der Mensch denkt und Gott lenkt! (Sprüche 16,9)

Geflügelte Worte:

»Das ist ja ein Tohuwabohu!«  »Tohu wa bohu« heißt auf Hebräisch »wüst und leer«. So sah die Erde nach der ersten Schöpfungserzählung anfangs aus! (Genesis/1.Mose 1,2)

»Ihr sucht wohl einen Sündenbock!« Im Buch Levitikus (3 Mose) ist beschrieben, wie Israel den großen Versöhnungstag begangen hat: Für alle im Lauf eines Jahres angesammelte Schuld des Volkes werden zwei Böcke eingesetzt. Der eine wird als Sühnopfer geschlachtet. Dem anderen werden durch Handauflegung die Sünden Israels aufgeladen. Dann wird er im wahrsten Sinn des Wortes in die Wüste und »zum Teufel geschickt«, nämlich zum Wüstendämon Asasel. (Levitikus/3.Mose 16)

»Jemandem die Leviten lesen«   Das 3. Buch Mose (Levitikus) enthält umfangreiche Verhaltensregeln. Sie betreffen den Gottesdienst und die Opfer, die von den Leviten durchgeführt wurden, aber auch das Leben in der menschlichen Gemeinschaft überhaupt.

»Von Pontius zu Pilatus gehen« Jesus wird im Prozess von Pontius Pilatus, der zunächst keinen Anlass sieht, Jesus zu verurteilen, zu Herodes als dem für Jesus zuständigen Landesfürst geschickt. Dieser sandte ihn aber wieder zu Pilatus zurück. (Lukas 23)

»Du redest wie ein Pharisäer!«
Die besonders fromme Gruppe der Pharisäer gerät im Neuen Testament in die Kritik, sich selbst besser hinzustellen als sie sei. (Lukas 18)

Redewendungen

Etwas ausposaunen (Mt 6,2)

* Ein Dorn im Auge (Num 33,55)

* Im Dunkeln tappen (Dtn 28,29)

* Der wahre Jakob (Gen 27,36)

* Mit Füßen treten (1 Sam 2,29)

Ein Mann haelt eine aufgeschlagene Bibel in den Haenden.

* Auf Herz und Nieren prüfen (Psalm 7,10)

* Die Hände in Unschuld waschen (Psalm 26,6)

* Gift und Galle (Dtn 32,33)

* Auf keinen grünen Zweig kommen (Ijob 15,32)

* Jugendsünden (Ps 25,7)

* Alles hat seine Zeit (Kohelet 3,1)

* Brief und Siegel (Jer 32,44)

* Wolf im Schafspelz (Mt 7,15)

* Ein Herz und eine Seele sein (Apg 4,32)

* Die Haare zu Berge stehen (Hiob 4,15)

Quelle : Deutsche Bibelgesellschaft www.die-bibel.de

 

 

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