Ankündigung der Wiedereinweihung im Stader Tageblatt vom 30. Mai 2015

 

Oldendorf (knk). Sie ist zweifelsfrei das Schmuckstück im Herzen Oldendorfs – die St.-Martin-Kirche. Nach knapp einjähriger aufwändiger Innenraumsanierung feiert die Kirchengemeinde am kommenden Sonntag, 31. Mai, ab 15 Uhr die Wiedereinweihung der vermutlich um das Jahr 1200 herum erbauten Feldsteinkirche. Los geht es mit einem Festgottesdienst. Im Anschluss sind Gemeindemitglieder und Bürger zu einem Imbiss geladen.

Das Motto des Festgottesdienstes lautet „Himmlische Zeiten“ und die sind für alle Liebhaber reizvoller Kirchenräume angebrochen. Nachdem bereits seit den 1990er Jahren mit einer Innenraumsanierung geliebäugelt wurde, waren die Pläne dafür im Laufe der Jahre immer konkreter und auch allumfassender geworden: Nicht nur eine kleine Schönheitskur sollte es werden, die St.-Martin-Kirche sollte fit gemacht werden für die kommenden 100 Jahre.

Jetzt ist sie es: Der komplette Boden im Kirchenschiff wurde ausgehoben, der alte, auf Sand gebaute Holzboden wurde entfernt. Der Kirchenvorstand hat sich mit Erfolg dafür stark gemacht, dass St. Martin im Kirchenschiff eine Fußbodenheizung bekommt. Die elf tonnenschweren und asbesthaltigen Nachtspeicher-Elektroöfen wurden mit viel Mühe entfernt. Über dem neuen Estrich liegt hochwertiges Eichenparkett aus einer kleinen Hamburger Manufaktur. Die Kanzel wurde komplett nach rechts versetzt und versperrt jetzt nicht mehr den Blick in den Altarraum.

Blick in den Altarraum - das schaut jetzt schon alles ein bißchen anders aus.

Blick in den Altarraum – das schaut jetzt schon alles ein bißchen anders aus.

Neue Farben, neues Licht und barrierefrei

Alle Wände wurden geweißelt und mit den hellen Gelbton-Nuancen gestrichen, die der Originalfarbe von 1901 nachempfunden sind. Die Fensterlaibungen aus roten Ziegelsteinen heben sich optisch erfrischend ab, sie wurden gesäubert und vom Weiß befreit. Die gesamte Kirche erscheint durch die neuen Farben und die komplett neue LED-Beleuchtung heller, der Altar und die Heiligenfiguren werden nun wirkungsvoll in Szene gesetzt. Die zuvor dunkelbraunen Eingangstüren der Kirche leuchten von außen in einem warmen Ziegelrot.

Ganz wichtig: Die St.-Martin-Kirche ist jetzt barrierefrei erreichbar. Dafür wurde eine weitere, bisher unter anderem durch Nachtspeicheröfen verbaute und geschlossene Eingangstür zum Kirchhof hin geöffnet und innen mit einer mobilen Rampe versehen.

Die Kirche verfügt jetzt noch über etwa 310 Plätze, etwas weniger als zuvor: Die Abstände zwischen den Kirchenbänken sind größer und komfortabler geworden. Die vorderen Bankreihen vor dem Altarraum wurden entfernt, um diesen Raum etwa für Veranstaltungen, Auftritte und Kindergottesdienste flexibler nutzen zu können. Die übrigen Sitzbänke wurden halbiert und können so leichter nach Bedarf umgestellt werden.

Für den neuen offenen Bereich vor dem Altarraum wurden 70 Stühle aus heller Eiche bestellt, die wie auch die Auflagen für die Sitzbänke noch geliefert werden. Die Kirchengemeinde vergibt Stuhl-Patenschaften: Gegen eine Spende von 225 Euro wird der Name des Sponsors auf dem Stuhl angebracht. Ganz neu ist auch eine als Eichenschrank „verkleidete„ Teeküche in der Kirche: Jetzt soll es ein Kirchencafé direkt in St. Martin und im Kirchhof geben.

Die veranschlagten Gesamtkosten für die – mit der kirchlichen und staatlichen Denkmalpflege abgestimmte – Innenraumsanierung von St. Martin belaufen sich auf rund 450 000 Euro. Den Löwenanteil davon trägt die Kirchengemeinde. Durch Eigenleistungen, die die Gemeindemitglieder erbracht haben, wird diese Summe deutlich reduziert werden können.

 (30. Mai 2015, Text + Fotos: Knappe/TAGEBLATT/Verlag Krause)

Pastorin Susanne Franz und Pastor Burkhard Ziemens auf der Kanzel, die versetzt wurde und sich jetzt auf der rechten Seite vor dem Altarraum befindet und nicht mehr dem Blick auf den Altar verdeckt.

Pastorin Susanne Franz und Pastor Burkhard Ziemens auf der Kanzel, die versetzt wurde und sich jetzt auf der rechten Seite vor dem Altarraum befindet und nicht mehr dem Blick auf den Altar verdeckt.

Stefan Meier zeigt sich stolz - die als Schrank "verkleidete" Teeküche in der Kirche.

Stefan Meier zeigt sich stolz – die als Schrank „verkleidete“ Teeküche in der Kirche.

Engagiert für die Sanierung (von links): Pastor Burkhard Ziemens, Stefan Meier vom Kirchenvorstand, Kirchenvorsteherin Kirsten Heinsohn, Pastorin Susanne Frtanz und Ex-Bürgermeister Hans Willi Heinsohn.

Engagiert für die Sanierung (von links): Pastor Burkhard Ziemens, Stefan Meier vom Kirchenvorstand, Kirchenvorsteherin Kirsten Heinsohn, Pastorin Susanne Frtanz und Ex-Bürgermeister Hans Willi Heinsohn.

 

 

 

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